Stella Gaitano

Kurzbiografie

Stella Gaitano, 1979 in Khartum als Tochter einer südsudanesischen Familie geboren, ist eine südsudanesische Schriftstellerin und Menschenrechtsaktivistin. Sie studierte Englisch und Arabisch an der Universität Khartum und absolvierte eine Ausbildung zur Apothekerin. Schon in jungen Jahren begann sie, Kurzgeschichten auf Arabisch zu veröffentlichen – eine bewusste Entscheidung, um ein breites Publikum im Sudan und darüber hinaus zu erreichen.
In ihren Werken beleuchtet sie die Lebensrealitäten der Menschen aus dem Südsudan. Krieg, Vertreibung, Diskriminierung, Militärdiktatur sowie Fragen der Identität und Zugehörigkeit stehen im Mittelpunkt ihres literarischen Schaffens. Nach der Unabhängigkeit des Südsudans zog sie nach Juba und schrieb auch über das Leben in dem jungen Staat. Zu ihren Veröffentlichungen zählen zwei Kurzgeschichtensammlungen und der Roman Eddos goldenes Lächeln, der als erster südsudanesischer Roman mit dem PEN Translates Award ausgezeichnet und 2023 in englischer Übersetzung veröffentlicht wurde.
Aufgrund ihrer Kritik an der südsudanesischen Regierung war Gaitano 2015 gezwungen, das Land zu verlassen. Im Jahr 2022 fand sie im Rahmen des „Writers-in-Exile“-Programms des deutschen PEN-Zentrums Zuflucht in Deutschland, wo sie heute lebt und sich weiterhin für Menschenrechte, Demokratie und Bildung einsetzt.