Urun Kuhzod (Urunboj Dschumajew) zählt zu den bedeutendsten zeitgenössischen Prosaautoren Tadschikistans. Er ist Volksschriftsteller und Träger des Rudaki- sowie des Aini-Preises. Geboren 1937 in Pandschakent, begann er seine literarische Laufbahn bei der Satirezeitschrift Chorpuschtak, wo sich früh seine Vorliebe für präzise Beobachtung und gesellschaftliche Zuspitzung zeigte.
Kennzeichnend für Kuhzods Werk ist die Verbindung einer fein ausgeleuchteten psychologischen Figurenzeichnung mit scharfer Sozialkritik und publizistischer Klarheit. Seine Texte kreisen um Fragen des nationalen Selbstverständnisses, um moralische Konflikte und um die vielschichtige historische Erfahrung des tadschikischen Volkes.
Darüber hinaus hat Kuhzod als Übersetzer von Werken Anton Tschechows und Gabriel García Márquez’ maßgeblich zur Vermittlung der Weltliteratur in Tadschikistan beigetragen. Sein literarisches Schaffen gilt weithin als ein Höhepunkt der modernen tadschikischen Prosa.
Zu den bekanntesten Werken von Urun Kuhzod gehören: Sarewu sawdoje (1971), seine erste Erzählungssammlung; Rohi aghba (Der Weg über den Pass, 1971), eine Novelle; Kini Chumor (Chumors Rache, 1976), eine sozialethisch geprägte Novelle; Jak rūsi daros, rūsi bissjor daros (Ein langer, sehr langer Tag, 1977), eine dokumentarische Novelle über Sadriddin Aini; Bandiji osod (Der freie Gefangene, 1994), ein mit dem Rudaki-Preis ausgezeichneter Roman; Hajdscho (2014), ein umfangreicher historischer Roman über den Fall des Emirats Buchara; sowie Burrotar si tegh (Schärfer als das Schwert, 2019), eine Sammlung zeitgenössischer Erzählungen und Novellen.
Urun Kuhzod
Kurzbiografie