Taiwan Travelogue
"Mai 1938. Die junge Schriftstellerin Chizuko Aoyama ist von ihrer Heimatstadt Nagasaki in Japan aus nach Taiwan gereist. Sie wurde von der japanischen Regierung, die die Insel regiert, dorthin eingeladen, obwohl sie keinerlei Interesse an deren offiziellen Banketten oder imperialistischen Plänen hat. Stattdessen sehnt sich Chizuko danach, das echte Inselleben kennenzulernen und so viel von der authentischen Küche zu kosten, wie ihr berühmt-berüchtigter Heißhunger verkraften kann.
Bald wird eine Taiwanesin – die noch jünger ist als sie selbst und deren Name dieselben Schriftzeichen trägt – als ihre Dolmetscherin vermittelt und lässt ihre Träume wahr werden. Die charmante, gebildete und akribische Chizuru organisiert Chizukos Reisen durch das ganze Land des Südens und erweist sich zudem als außergewöhnliche Köchin. Bei malerischen Zugfahrten und geschmortem Schweinefleisch mit Reis, lebhaften Wortgefechten und Wintermelonentee verliebt sich Chizuko immer mehr in ihre Begleiterin und ist entschlossen, sie näher an sich zu binden. Doch etwas veranlasst Chizuru, auf Distanz zu bleiben. Erst nach einer herzzerreißenden Trennung beginnt Chizuko zu begreifen, was dieses „Etwas“ ist.
Getarnt als Übersetzung eines wiederentdeckten Textes eines japanischen Schriftstellers sorgte dieser Roman bei seiner Erstveröffentlichung auf Mandarin im Jahr 2020 für Aufsehen und wurde mit Taiwans höchster literarischer Auszeichnung, dem Golden Tripod Award, geehrt. Taiwan Travelogue gräbt vergessene Kolonialgeschichten aus und zeigt auf geschickte Weise, wie Machtverhältnisse unsere intimsten Beziehungen beeinflussen." (Verlag)