Abil Hasanov, 1968 in Westaserbaidschan geboren, wuchs in einer Epoche tektonischer Verschiebungen auf. Seine Kindheit und Jugend standen im Schatten von Perestroika und dem Zerfall der Sowjetunion – einer historischen Zäsur, die nicht nur politische Systeme, sondern auch Biografien neu ordnete. Auch seine Ausbildungsjahre fielen in jene Übergangszeit, in der Aserbaidschan sich aus dem sowjetischen Verband löste und tastend seinen Weg in die staatliche Eigenständigkeit suchte.
Für einige Zeit arbeitete Hasanov beim staatlichen Filmstudio Azerbaijanfilm, benannt nach dem aserbaidschanischen Schriftsteller Cəfər Cabbarlı. Zugleich veröffentlichte er journalistische Texte in oppositionellen Medien, insbesondere in der Zeitung Azadlıq. Sein Einsatz für demokratische Reformen blieb nicht folgenlos: Wiederholt war er von Repressionen und Verhaftung bedroht, bis er schließlich gezwungen war, das Land zu verlassen.
In Deutschland erschien sein Buch Das verlassene Vaterland, in der Türkei Die Angst, die Liebe zu verlieren.
Sein literarisches Werk ist getragen von autobiografischer Erfahrung und präziser gesellschaftlicher Wahrnehmung. Es verbindet persönliche Erinnerung mit politischer Zeitgeschichte und zeichnet ein Panorama des Kaukasus, in dem Freiheitssehnsucht, historische Brüche und fragile Hoffnungen ineinandergreifen.
Abil Hasanov
Kurzbiografie